03
Apr
12

Nachgeschenkt: Frauenbier

 

Ein Six Pack rosa Bier aus OWL

Quelle: zweinullig.de

 

In de Rubrik Nachgeschenkt präsentieren wir Euch heute einen philosophischen Beitrag zum Thema Geschmacksunterschiede.

Beim Thema Bier ist dies ein ebenso weites Feld wie bei Filmen, es gibt viele Kategorien, aber nicht jede befriedigt den aktuellen Wunsch oder entspricht auch nur ansatzweise den Vorstellungen. Ist Frauenbier also nur ein schlichtes Abwerten von Bieren die Männern nicht schmecken? Glaubt man dem Internet und eigenen Erfahrung wird der Begriff gerne für Biermischgetränke verwendet, insbesondere solche, die viel Fruchtaroma zugesetzt bekommen haben. Betrifft dies also nur Alkopops?
Wir vom Bierkorridor sagen hier nur: Stop! Fruchtiges Aroma geht auch ohne Bierpanscherei.

 

 

Der Geschmack und Charme eines Bieres ergibt sich aus vielen Einflüssen. Darunter nicht zuletzt die Wasser- und Hopfenwahl. Der Biertyp kann hierbei ebenfalls großen Einfluss haben.
Betrachten wir ein dunkles Export der Brauerei Maier aus Alto-Münster. Der Geschmack des Bieres tendiert in Richtung Kirschschorle. Obwohl es ein eher malziges Bier ist, kommt es den Freunden starker Fruchtaromen eher entgegen als dem gemeinen Schwarzbiertrinker. Ist es jetzt schon ein Frauenbier? Die Antwort ist kurz und knapp Nein. Warum auch, das Bier wird von Altherren, Hipstern und Pseudo-Yuppies genauso genossen wie von Hugo-Liebhaberinnen.
Dann bleiben also nur noch Biermischgetränke. Sind dies also nun die einzigen Frauenbiere? Auch hier zeigt ein Auffassungsvergleich zwischen früher und heute eindeutig, dass dies nicht mehr gilt. Schrieen Männer zu Beginn der Becks Green Lemon Bewegung noch Zeter und Mordio, sitzen eben jene am Stadtstrand oder auf der Bank vor der Scheune und trinken ein Schöfferhofer Grapefruit – nicht weil es gut schmeckt, sondern so erfrischt.

Was hat es also auf sich mit dem Begriff Frauenbier?
So einfach wie man denkt ist es auch. Der Begriff lebt noch durch das Marketing. Nicht umsonst gibt es Werbekampagnen (siehe Bild) oder Interviews zu genau diesem Thema. Frauenbier ist reine Wahrnehmung. Preise ich ein Bier als Frauenbier an, werden es nur wenige Männer anfassen. Andersherum funktioniert das allerdings nicht.

Ein einziger Nenner bleibt: Was mit dem Bier angestellt wird unterscheidet sich stark. Männer tendieren weniger dazu Ergänzungen am Bier vorzunehmen. Wenn es nicht schmeckt, suchen sie sich ein anderes. Die Damen dieser Welt (mein Blick fällt nach NRW) geben Erdbeeren- und Sirup hinzu und nennen es dann zum Beispiel Altbierbowle. Dies zählt aber nicht mehr als Bier.

Also weg von der Kategorie Frauenbier (oder Hunde-, Kinder-, Bikerbier) hin zu purem, reinem Hopfengold (nach dem Reinheitsgebot gebraut).

  • Pilsvorever

    ich vermisse noch deine Bewertung des Geschmacks – keine Feigheit vor dem Frauenbier! :-)  


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